Es war eine geführte Offroad-Tour, die uns in die Pyrenäen brachte und die in der Nähe von Bielsa in Aragonien endete und es waren alte Berichte über einen großen Bergbau auf Silber, der das Interesse weckte, lagen die alten Bergbaue eben nur wenige Kilometer vom letzten „Etappenort“ unsere Tour entfernt. In der Literatur unter der Ortschaft Parzán beschrieben, befanden sich die einstigen Bergwerke in Höhenlagen zwischen 2000 und 2500 Metern, Höhen, die wir bei uns in den Österreichischen Alpen nur zu Fuß erreichen können. In Parzán hingegen dürfen diese Höhenlagen befahren werden, so man eine Genehmigung in der jeweiligen Gemeinde erwirbt und so man ein Fahrzeug besitzt, dass allradtauglich ist. Also genau das, was unser Jeep Wrangler ist.

Gespannt, was wir in diesem uns fremden Gebirge erwarten werden, waren es dann die Altschneereste, die uns den Besuch der im Kammbereich gelegenen Gruben verwehrten. Ähnliches hatten wir auch erwartet, war die geführte Offroadtour eben für den Juni ausgeschrieben. Dadurch beschränkte sich unser Besuch auf einen etwas tiefer gelegenen Bergbau, die Grube Mallo Ruego.

 

 

 

Halden der Grube Mallo Ruego

 

Die ersten geschichtlichen Erwähnungen dieser Bergbaue stammen aus dem Jahr 1784 von einem Franzosen namens Palassou, der einen Bergbau im Tal etwas nördlich von Bielsa beschreibt. Heute wissen wir, dass es sich dabei um die Grube Ana handelt, die silberhaltigen Bleiglanz lieferte. Darüber hinaus wird von einigen Autoren auch vermutet, dass dieser Bergbau bereits in der Römerzeit betrieben worden sein sollte. Die große Zeit der Bergbaue von Parzán beginnt 1912, als das französisch-belgische Bergbauunternehmen „Societé des Mines de Parzán“ reiche Bleiglanzlager hoch oben im Gebirge entdeckte. Dies war die Geburtsstunde der Gruben Liena und Robert, sowie der Grube Mallo Ruego.

 

Mauerreste unterhalb der einstigen Turbinenanlage der Grube Ana

 

Die ersten geschichtlichen Erwähnungen dieser Bergbaue stammen aus dem Jahr 1784 von einem Franzosen namens Palassou, der einen Bergbau im Tal etwas nördlich von Bielsa beschreibt. Heute wissen wir, dass es sich dabei um die Grube Ana handelt, die silberhaltigen Bleiglanz lieferte. Darüber hinaus wird von einigen Autoren auch vermutet, dass dieser Bergbau bereits in der Römerzeit betrieben worden sein sollte. Die große Zeit der Bergbaue von Parzán beginnt 1912, als das französisch-belgische Bergbauunternehmen „Societé des Mines de Parzán“ reiche Bleiglanzlager hoch oben im Gebirge entdeckte. Dies war die Geburtsstunde der Gruben Liena und Robert, sowie der Grube Mallo Ruego.

Lageplan der Grube Mallo Ruego bei Parzán, Aragonien, Spanien (aufgenommen Juni 2025)

 

Die erste Herausforderung für das Bergbauunternehmen war es all die notwendigen Werkzeuge und Maschinen anzuliefern und da die „Societé des Mines de Parzán“ ein in Frankreich beheimatetes Unternehmen war, musste alles aus Frankreich angeliefert werden. Erschwerend kam noch dazu, dass es zu dieser Zeit keine Verbindungstraße aus Frankreich in das Tal des Rio Barrosa nach Parzán bzw. Bielsa gab. So musste alles in Einzelteile zerlegt auf den Rücken von Maultieren über den Pyrenäenhauptkamm getragen werden. Und genauso wie Maschinen und Material für den Bergbau angeliefert wurden, musste auch das aufbereitete Erz nach Frankreich transportiert werden, standen die Schmelzhütten im französischen Baskenland. Dazu baute man Seilbahnen über die Kammhöhen der Pyrenäen und Reste dieser Anlagen finden sich im Bereich der Aufbereitungsanlage bei Parzán im Tal des Rio Barrosa.

Trafohaus des ehemaligen Bergbaus Mallo Ruego

 

Die Grube Mallo Ruego liegt auf einer Seehöhe von 2100 Metern bei den Koordinaten N42.68608° E0.14410°, 400 Höhenmeter unter den Gruben Robert und Liena. Die Erzgänge sind bei allen 3 Gruben an Spaltenfüllungen an der Grenze eines paläozoischen Granits und eines mesozoischen Sandsteins gebunden, wobei der Erzgang der Grube Mallo Ruego in erster Linie sehr eisenreiche Erze lieferte und auch heute finden sich auf den Halden reichlich Siderit (FeCO3) und Pyrit (FeS2). Der Einbau ist genau im Bereich eines dieser Erzgänge angesetzt und ist heute noch fahrbar. Seine Sohle steht jedoch unter Wasser und erfordert entsprechende Bekleidung für eine Befahrung.

Halden der Grube Mallo Ruego

 

Vor dem Förderstollen der Grube Mallo Ruego

 

Sammeln auf der Halde der Grube Mallo Ruego

 

Neben montanhistorischen Relikten hat die Gegend noch etwas besonderes zu bieten. Wenn die Sonne die Berghänge und Felsen erwärmt und die warme Luft aufsteigt, dann sind es ganze Schwärme von Schmutzgeiern (Neophron percnopterus), die die Thermik ausnutzen und sich ohne einen Flügelschlag zu tun in die Höhe schrauben. Ein Schauspiel, dass bei uns in den Alpen fremd geworden ist.

Schmutzgeier

 

Schmutzgeier

 

 

 

 

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