Dass Tanzen nicht nur Kunst, sondern auch ein Sport ist und mit Geschwindigkeit zu tun hat, erfährt man als Fotograf, wenn man eine Tanzveranstaltung fotografiert. Kennen wir selbst Sportfotografie durch unsere fotografischen Aktivitäten rund um American Football, wo teilweise sehr kurze Verschlusszeiten von Nöten sind, so verhält es sich auch beim Fotografieren von Tänzern. Und findet eine Veranstalteung noch in einem Theater statt, wo außer durch die von Spots erhellten Bereiche alles dunkel ist, dann darf man die vorhandene Lichtmenge sehrwohl als gering betrachten. Dieses Defizit gilt es beim Fotografieren zu beachten. So sind hier eine offene Blende und eine eine hohe ISO-Zahl, sprich Sensorempfindlichkeit, Voraussetzung. Das bedeutet weiters, dass Objektive eingesetzt werden müssen, die Offenblenden von beispielsweise 2,8 zulassen.

 

Die Bilder von der Abendveranstaltung der Sommerakademie für Theater Graz können sich sehen lassen. Die Fotografien in diesem Beitrag stammen vom Auftritt der bereits „fortgeschrittenen Kursteilnehmer“ der Flamenco Tanzschule Las Hermanas, die eine Bulería tanzen (eine Variante des Flamenco). Der sehr schnelle Tanz im 12er–Rythmus ist sehr komplex und wurde durch die Einbindung von Elementen mit Mantónes zu einem tänzerischen Highlight (Anmerkung: Mantónes sind zu Dreiecken zusammengefaltete große quadratische Seidentücher mit langen Fransen). Choreografiert wurde der Tanz von Mag. Selina Stekl von Las Hermanas.

 

 

Durch den schwarzen Hintergrund und die für den Auftritt speziell gesetzten Lichteffekte ergab sich ein beeindruckendes Farbenspiel. Darüber hinaus erzeugten die nur mässig kurzen Verschlusszeiten eine interessante Bewegungsunschärfe beim Schwingen der Mantónes.

 

 

 

 

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