Dass römische Bauwerke noch heute stehen, liegt darin, dass die Römer eine Art von speziellem Beton verwendeten. Dieser Beton ist extrem widerstandsfähig und ist dafür verantwortlich, dass heute noch viele der über 2000 Jahre alten Baustrukturen erhalten geblieben sind. Die Römer selbst bezeichneten den Beton als opus caementicium. Dieser auch oft als römischer Beton titulierte Baustoff ermöglichte es besondere Bauwerke zu errichten, wie beispielsweise das Panteon in Rom mit seiner alles überspannenden Kuppel oder die Täler überspannenden Brücken der Aquädukte.

Die südliche Aquäduktreihe von Agios Georgios verwendete römischen Beton

 

Wir trafen auf unseren Reisen schon sehr oft auf Bauwerke, wo römischer Beton eingesetzt wurde, wie beispielsweise bei den Aquädukten von Korinth und Nikopolis, oder auch im Odeon der römischen Stadt Nikopolis. Bei einem Besuch des großen Theaters von Nikopolis hatte wir noch darüber hinaus die Möglichkeit ganz nahe an die Baustrukturen zu gelangen und diese sehr genau in Augenschein zu nehmen.

 

Blick über das Theater von Nikopolis

 

Um einen zähen Baustoff, wie den römischen Beton herzustellen, ist es notwendig gelöschten Kalk mit Quarz-haltigem Sand zu vermischen und miteinander reagieren zu lassen. Vereinfacht dargestellt, brannten die Römer Kalk bei Temperaturen um die 800° Celsius in Kalköfen zu Kalziumoxid. Dieses wurde sodann mit Wasser abgelöscht. Das jetzt entstandene Kalziumhydroxid wurde im nächsten Schritt mit Substanzen wie geriebenen Tonziegeln, Quarzsand oder, wenn vorhanden, mit vulkanischer Asche oder auch Tuff versetzt. Durch die sogenannte puzzolanische Reaktion entstand jetzt ein Kalziumsilikathydrat, der römische Beton. Die eigentlichen Entdecker dieses Prozesses waren aber schon die Phönizier und die Griechen. Die Römer optimierten und industrialisierten den Vorgang.

 

Deutlich zu erkennende Struktur eines Quarzsandes als Zusatz für den römischen Beton

 

In der römischen Antike wurde der römische Beton hauptsächlich für Gußsteinmauerwerke und als Bindemittel verwendet, um Ziegelsteine miteinander zu verkitten, ähnlich einem heutigen Mörtel. Im Theater von Nikopolis finden sich diese antiken Arten von Mauerwerken.

 

Betonierte Mauer aus Bruchsteinwerk: opus incertum

 

Aus Ziegelsteinen gefertigte Außenhülle einer Wand: opus testacaeum

 

Die obersten Strukturen des Theaters, gefertigt als opus testacaeum. Dabei erkennt man deutlich den Kern der Struktur aus betoniertem Bruchsteinmauerwerk und der Außenhülle aus einbetonierten Ziegeln

 

Abgebrochener Mauerteil aus opus testacaeum

 

Auf das opus testacaeum aufgetragenes opus albarium als Untergrund für Mosaike, Wandmalerein, oder einfach als Verputz

 

 

 

 

Inhalt und Foto: copyright by kunzfeld & kunzfeld photography