Makrofotografie
Definition Makrofotografie
Die Makrofotografie ist ein Spezialbereich der Fotografie, bei dem durch Nahaufnahmen sehr kleine Objekte formatfüllend und teilweise in überdimensionaler Größe dargestellt werden. Durch diese Darstellung werden Strukturen am oder im fotografierten Objekt sichtbar, die dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleiben. Das Wort Makro selbst leitet sich vom altgriechischen Wort makros (μακρός) ab, was so viel wie groß bedeutet. Die Größe der Objekte in der Makrofotografie reichen von wenigen Zentimeter bis hinunter in den Bereich von einigen Millimetern. Das können Kleinlebenswesen wie Insekten sein, Details aus der Welt der Pflanzen, Wassertropfen, Details von Werkstoffen oder auch kleine Kristalle aus der Welt der Mineralogie, sogenannte Mikromounts.
Abbildungsmaßstab
Nach der ehemaligen Deutschen Industrienorm DIN 19040 wurde Makrofotografie am sogenannten Abbildungsmaßstab festgemacht. Dort hieß es, dass Makrofotografie zwischen den Abbildungsmaßstabsgrenzen von 1:10 und 10:1 liegt. Dabei ist der Abbildungsmaßstab ß ist wie folgt definiert:
Abbildungsmaßstab ß = Sensorbreite / Objektbreite
Dieser Abbildungsmaßstab ß wird neben einer reinen Zahl (beispielsweise 0,25) meistens äquivalent zu 0,25 in der Form 1:4 angegeben und auch wir verwenden diese Darstellungsform. Dieses Verhältnis bedeutet, dass das zu fotografierendes Objekt 4-mal größer als der Sensor ist, vergleichsweise mit dem Maßstab einer Landkarte. Im Falle eines vollformatigen Kleinbildkamerasensors von 36 mm Breite würde bei einem Abbildungsmaßstab von 1:4 dieses Objekt 144 mm breit sein. Umgekehrt bedeutet ein Abbildungsmaßstab von 4:1, dass das Objekt nur ein Viertel der Breite des Sensors hat und in Falle eines vollformatigen Kleinbildkamerasensors nur 6,5 mm breit ist. Wird dieses Objekt jetzt formatfüllend abgelichtet, dann ist es um das 4-fache vergrößert dargestellt.
Beispiele für einen z.B. vollformatigen Kleinbildsensor (36 x 24 mm):
Objektbreite 360 mm → Abbildungsmaßstab 1:10
Objektbreite 144 mm → Abbildungsmaßstab 1:4
Objektbreite 36 mm → Abbildungsmaßstab 1:1
Objektbreite 18 mm → Abbildungsmaßstab 2:1
Beispiele für einen z.B. APS-C Kleinbildsensor (22,2 x 14,8 mm):
Objektbreite 360 mm → Abbildungsmaßstab 1:16
Objektbreite 144 mm → Abbildungsmaßstab 1:6,5
Objektbreite 88,8 mm → Abbildungsmaßstab 1:4
Objektbreite 36 mm → Abbildungsmaßstab 1:1,6
Objektbreite 18 mm → Abbildungsmaßstab 1,2:1
Nach neueren Definitionen beginnt die Makrofotografie bereits bei einem Abbildungsmaßstab von 1:4. Viele Fotografen, so auch wir, machen die Makrofotografie nicht nur an einem bestimmten Abbildungsmaßstab fest, sondern sprechen von Makrofotografie, wenn der Einsatz spezieller Objektive (Makroobjektive) notwendig wird.
Um in den Makrobereich der Fotografie vorzudringen, erfordert es allerdings einiger technischer Voraussetzungen wie spezieller Makroobjektive, Lupenobjektiven, sogenannter Auszugsverlängerungen beziehungsweise Balgengeräten und Zwischenringen. Die Objektive mit ihren Zwischenringen und Balgengeräte werden dabei immer auf eine z.B. Kleinbildkamera aufgesetzt. In der Makrofotografie werden keine Mikroskope verwendet (Mikrofotografie). Neben den Objektiven, Zwischenringen und Balgengeräten werden in der Makrofotografie Einstellschienen und spezielle Software zur Erstellung von Bildern mit Hilfe von Fokus Stacking verwendet. Um die Objekte entsprechend auszuleuchten werden bei Aufnahmen von leblosen Objekten Blitzanlagen verwendet, bei Pflanzen und Tieren wird das Sonnenlicht in Verbindung mit einem Lichtzelt und Refktoren und Abschattern genutzt. Dabei ist das Wissen über fotografische Lichtführung notwendig.
Definition Mikrofotografie
Die Mikrofotografie beginnt dort, wo die Makrofotografie endet, was bedeutet, dass sich die Mikrofotgrafie mit Abbildungsmaßstäben von 1:10 und mehr beschäftigt. Dazu wird die Kamera mit einem Mikroskop oder einem Mikroskobobjektiv verbunden.
