Viele von uns verbinden mit Karstlandschaften schroffe, öde und zerfurchte Einöden aus Kalkstein, gleißende Sonne, Trockenheit und Geruch von Thymian und anderen mediterranen Gewürzen. Abgeleitet vom slowenischen Wort „kras“, das für steinigen und nackten Felsboden steht, finden wir vor allem in Slowenien viele solcher Gegenden. Aber nicht nur in Slowenien, sondern an vielen anderen Orten dieser Welt gibt es Karstlandschaften, so auch vor unserer Haustür im Grazer Bergland.

Der einzige Unterschied ist, dass die Karstflächen rund um Graz von riesigen Waldflächen überzogen sind und aus diesem Grund als „grüner Karst“ bezeichnet werden. Unter dieser manchmal Urwald gleichen Humusschicht befindet sich ebenfalls eine zerfurchte und schroffe Kalklandschaft. Und wie auch in anderen Karstlandschaften gibt es darunter Höhlen, Dolinen, unterirdische Flüsse, Karstquellen und Karsttäler. Durch diesen starken Bewuchs und das viele darin enthaltene Wasser und oberflächlich fließende Wasser gibt es an Steilstufen eine große Anzahl an Wasserfällen, Wasserkaskaden und Wasserschluchten.

Ober Kaskadenfall, Bärenschützklamm


Der obere Kaskadenfall ist ein nur wenige Meter hoher Wasserfall im Bereich der Bärenschützklamm bei Mixnitz, der sich in ein kleines darunter befindliches breites Becken ergießt. Um diese Wasserkaskade in seinen Proportionen abzubilden und seine mäßig Steilheit nicht zu verlieren wurde diese Aufnahme mit einem 90 mm Tilt-Shift-Objektiv fotografiert. Polfilter und eine leicht geneigte Objektivebene ermöglichten hier eine farbgetreue und durchgehende Schärfe der Aufnahme.

 

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