Der ehemalige Braunkohlebergbau in der Mantscha westlich von Graz ist Vielen von uns heute nicht mehr bekannt, denn die einstigen Stollen dieses Bergbaus sind zur Gänze verbrochen, die Halden sind mit Wald überwachsen und die Betriebsanlagen sind abgetragen worden. Und kaum eine Person, die durch die Wälder etwas westlich der Rudolfswarte am Buchkogel streift, weiß, dass sie oder er auf montanhistorisch genutzten Boden wandelt. Dazu sind die Spuren des einstigen Bergbaus im Gelände zu undeutlich. Und auch die Geschichte des Bergbaus liegt im Dunklen, erzählen die bestehenden wissenschaftlichen lagerstättenkundlichen Arbeiten nur sehr wenig über die Geschichte des kleinen Bergbaus.
Als ich einmal aus rein persönlichem Interesse auf der historischen Karte von 1787 die Gegend nördlich von Graz Meter für Meter absuchte, entdeckte ich plötzlich in der Nähe der Burgruine Alt-Pfannberg bei Frohnleiten und dem darüber befindlichen Rinnweberkogel den Schriftzug „neu angelegte Silbergruben“. Ich war überrascht, denn so etwas hatte ich nicht erwartet, dachte ich doch, alle ehemaligen Bergwerke auf Blei und Silber in unserer Region zu kennen.
Es war der Gewerke Johann Adam Stampfer1, der bereits im 17. Jahrhundert in der Walchen bei Öblarn im Ennstal begann nicht nur Silber und Kupfer aus den Erzen seines Bergwerkes zu schmelzen, sondern auch Kupfervitriol zu sieden. Und auch die Gewerken in den Jahrhunderten danach betrieben diese Vitriolsiederei, war Vitriol beispielsweise ein wichtiger Rohstoff zum Gerben von Leder. Diese einstige Siederei ist heute dem Verfall preisgegeben, zerstört die Gewalt des Wassers des Walchenbaches unaufhaltsam die alten Gebäudestrukturen. Wir haben nun versucht, die spärlichen Relikte dieser Vitriolsiederei fotografisch festzuhalten.
Schwefelkies oder auch Pyrit ist eines der häufigsten Erze auf der Erde, kommt dieses Erz weltweit auf fast allen Lagerstätten vor. Bei uns vom Volksmund auch als „Katzengold“ bezeichnet, sieht Pyrit für den Laien sehr dem Gold ähnlich. Bergwerke, die allerdings Schwefelkies ausschließlich zur Gewinnung von Schwefelverbindungen abbauten, waren immer schon selten. Der Erminioni oder Hermine-Bergbau am Peloponnes war so ein Bergbau und der Schwefelkies wurde zur Herstellung von Schwefelsäure verwendet. Aber der Reihe nach.
